DROGENBEIRAT WIEN

  • Welche Position vertritt die SPÖ in Drogenfragen?

  • Welche Konzepte gibt es für die (Re-)Integration der KlientInnen?

  • Was tut die SPÖ für die KlientInnen, warum sollten die KlientInnen die SPÖ wählen?


    • Was macht die Stadt Wien im Drogenbereich?


Jede Suchterkrankung, substanz- und substanzungebunden, beruht auf einer komplexen, von vielen Faktoren beeinflussten Entwicklung. Sie hat unterschiedliche Entstehungsformen, verschiedene Verläufe und benötigt daher auch mehrere, individuelle Modelle zur Behandlung. Die Hilfs- und Betreuungsangebote müssen nach dem Empfinden der SPÖ dementsprechend heterogen und vielschichtig sein und die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigen.

Maßnahmen: fachlich fundiert und nicht durch die ideologische Brille

Eine Vielzahl an Maßnahmen zielt darauf ab, Menschen mit einer Suchtproblematik sowohl objektiv als auch subjektiv gesünder in das gesellschaftliche Leben zu integrieren. Wichtig ist, dass die Maßnahmen fachlich fundiert sind. Die Etablierung von Maßnahmen soll nicht auf ideologischen Grundsätzen basieren, sondern von ExpertInnen entwickelt und befürwortet werden. Klar ist: So wenig Menschen wie möglich sollen Drogen konsumieren. Jene, die nicht davon abzuhalten sind, sollen dabei so wenig Schaden wie möglich nehmen.

Diesen Zugang hat Wien schon von Anfang an gewählt: hier gab es die ersten substituierenden ÄrztInnen und damit schon sehr bald schadensminimierende Maßnahmen (Spritzentausch).

So werden in Wien auch zum Beispiel retardierte Morphine gleichberechtigt mit anderen Medikamenten für die Substitution verwendet, und Abstinenz orientierte Behandlungsmethoden genauso wie schadensminimierende Maßnahmen angeboten.

Zentral dabei ist, dass es einen Behandlungs-Mix gibt, der auf jeden einzelnen Klienten und jede einzelne Klientin abgestimmt ist.

Das System von niederschwelligen Zugängen bis zu sehr hochschwelligen Programmen ist aufeinander abgestimmt, man kann aber an jeder Stelle ein- und wieder aussteigen, so, wie der individuelle Behandlungsfortschritt ist.

Gesundheitsbezogene Maßnahmen

Das Wiener Sucht- und Drogenhilfenetzwerk ist nach dem Wiener Drogenkonzept 1999 aufgebaut und handelt nach dem Prinzip „Therapie statt Strafe“. Dabei geht es aber nicht um Zwangstherapie, sondern Sucht wird als Krankheit gesehen. Um Sucht zu bekämpfen, braucht es vor allem gesundheitsbezogene Maßnahmen, und kein Kriminalisieren von KlientInnen.

Zentraler Punkt: integrierter Ansatz

Besonders wichtig ist und war der Wiener SPÖ immer, dass die Integration bzw. Reintegration von Suchtkranken gelingt: wer aus dem Versorgungssystem, der Gesellschaft und dem Arbeitsleben ausgeschlossen wird, findet kaum die Hilfe, die er braucht.

Deshalb wird seitens der Wiener SPÖ eine integrierte Drogenpolitik betrieben, die die Ausgrenzung von sozial desintegrierten Gruppen verhindern soll. Dazu gehört ein medizinischer Behandlungsansatz, der es Suchtkranken ermöglicht, auch außerhalb von Spezialeinrichtungen – die es zweifelsohne aber auch geben muss – behandelt zu werden.

Wien ist eines der wenigen Bundesländer, in denen die Substitutionsbehandlung flächendeckend angeboten wird - rund 300 HausärztInnen sind hier tätig. Im Krankenanstaltenverbund, der Wiener Rettung und bei niedergelassenen ÄrztInnen erfahren Suchtkranke dieselbe Behandlung wie alle anderen PatientInnen auch.

Eine aktive (Re-)Integration wird auch im Bereich der Wohnungspolitik verfolgt, weshalb die meisten Suchtkranken auch wohnversorgt sind. Sämtliche Notquartiere stehen Suchtkranken gleichermaßen zur Verfügung wie anderen auch.

Ein eigener Bereich in der Wiener Drogenpolitik widmet sich der sozialen wie auch der (Re-)Integration in einen Arbeitsmarkt. Das Wiener Sucht- und Drogenhilfenetzwerk betrachtet es als eine wichtige Aufgabe, den Kreislauf aus Arbeitslosigkeit, Sucht und sozialer Desintegration zu durchbrechen und die Arbeitslosigkeit suchtkranker Menschen zu bekämpfen.

Reintegrative arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, die eine Marginalisierung verhindern und die soziale (Re)Integration fördern, sind ein wesentlicher Teil der Wiener Drogenpolitik. Egal ob substanzabhängig, in Substitutionsbehandlung oder abstinenzorientiert – in Wien wird versucht, jedem Menschen die Chance auf Arbeit zu geben.

Diesem Ansatz gemäß steht die SPÖ auch nicht für Vertreibung von Menschen aus dem öffentlichen Raum, sondern für ein faires, gleichberechtigtes Nebeneinander aller Personen. Deshalb reagiert Wien nicht mit Sicherheitsoffensiven auf neuralgischen Punkten, sondern setzt auf sozialarbeiterische Maßnahmen (Help U, SAM etc.)

Die Wiener SPÖ, die seit vielen Jahren die Wiener Drogenpolitik maßgeblich gestaltet, setzt sich auch in der Öffentlichkeit für diese Maßnahmen ein. Ein großer Teil der WienerInnen trägt diese Strategien und Maßnahmen mit und stellt der Wiener Drogenpolitik ein gutes Zeugnis aus.